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Internationales Festival der Gospelmusik in Deutschland

Gospelkirchentag 9.-11.9.2016 Teil 3 – Die Gospelnacht

© Creative KircheDie Gospelnacht ist bei jedem Gospelkirchentag ein Highlight für die veranstaltende Stadt. In Braunschweig kann das Publikum zwischen 25 Veranstaltungen mit 90 Chören wählen. Und das alles bei freiem Eintritt. Welcher Chor in welcher Kirche auftritt, hat meistens praktische Gründe (Chorgröße, Technikeinsatz, Begleitband). Manchmal äußern Chöre aber auch den Wunsch, mit einem bestimmten anderen Chor gemeinsam aufzutreten.

Wir als „WeST-We sing together!“, ein Zusammenschluss von Mitgliedern des Gospeltrains Hamm und des Rainbow-Gospelchors aus Herzebrock, haben die St. Martinikirche zugewiesen bekommen. Immer wieder spannend, welche Art Kirchengebäude sich hinter der bis dahin unbekannten Örtlichkeit verbirgt. Recherchen im Vorfeld haben immerhin ergeben, dass es sich um eine große, alte Stadtkirche im Zentrum Braunschweigs handelt.

© trainarchivator  Die östliche Chorseite vom Altstadtmarkt aus

Der erste Anblick der St. Martinikirche vom Altstadtmarkt aus ist beeindruckend. Eine Braunschweiger Seniorin erklärt einigen Gospeltrainern, dass es sich um die Kirche der reichen Kaufleute handelte, die einen Gegenpol zum Dom als geistliches Zentrum darstellte. Den Bau begann man ab ca. 1190 in Gestalt einer romanischen Pfeilerbasilika. Zwischen 1250 und 1400 wurde sie zu einer gotischen Hallenkirche ausgebaut. Danach folgten weitere Anbauten und Veränderungen. © Infos aus WIKIPEDIA

© trainarchivatorIn der St. Martinikirche gibt’s heute Gospel satt

Vor der geöffneten Tür laden Plakate zur Gospelnacht ein. Erste Zuschauer sind schon da. Wir warten darauf, dass unsere Truppe vollständig ist, um uns dann einzusingen. Vorne hat man eine Chortribüne aufgebaut, auf der sich der erste Chor vorbereitet. Hier und da werden von Aktiven der vier teilnehmenden Chöre und Veranstaltern letzte Absprachen getroffen, tontechnische Einstellungen verändert. Dabei füllt sich die Kirche weiterr.

© trainarchivatorSt. Martini – eine mächtige, reich ausgestattete Stadtkirche

Wir warten immer noch auf eine Person und warten und warten. Wir haben im Laufe der Jahre schon vieles erlebt und sind dementsprechend abgebrüht, doch jetzt kommt langsam Unruhe auf. Per Handy kommt die Nachricht, dass es eine Verwechslung mit einer anderen Kirche gegeben habe. Immerhin eine Information. Irgendwo in der Stadt versucht nun jemand so schnell wie möglich die St. Martinikirche zu erreichen, bevor die Veranstaltung los geht. Schließlich wird alles gut. Chorleiter Sebastian Wewer hat alle seine Schäfchen beisammen.

Auftritt „Martiniforte“ (Braunschweig)

Es geht los. Mit „Martiniforte“ geht der Gospelchor der gastgebenden Gemeinde an den Start. Die Chormitglieder freuen sich, bei ihrem Heimspiel den Auftakt machen zu dürfen. Vor dem ersten Titel begrüßt die Chorleiterin, Kantorin der Gemeinde, die Besucher der Gospelnacht in der St. Martinikirche.

© Karsten Socher/Creative KircheMartiniforte vor dicht besetzten Bankreihen   © Karsten Socher/Creative Kirche

Der Start ist schwungvoll, die Nervosität wird schnell abgelegt. Begleitet wird der Chor von E-Piano, Schlagzeug und Kontrabass. Auf dem Programm stehen viele bekannte Songs, teilweise individuell arrangiert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gospelchören singt Martiniforte mit Mappe – ein ungewohnter Anblick. Eine tolle junge Sopranistin, die viele Soloparts übernimmt, hat man zu nah am Mikro positioniert, so dass sie zu stark dominiert. Schade. Die gute Leistung des Chores sorgt für einen gelungenen Einstieg in die Gospelnacht.

© trainarchivatorMartiniforte am Ende ihres erfolgreichen Auftritts

Auftritt „New City Voices“ (Neustadt am Rübenberge)

Als zweiter Chor gehen die „New City Voices“ aus Neustadt am Rübenberge an den Start. – Was heißt gehen? Sie schreiten von hinten, „Jesus is the rock“ singend, in Richtung Bühne. Das kann man mal einen perfekten Einzug nennen. Sehr effektvoll. Auch der Anblick der glänzenden roten Roben mag manchen Besucher überraschen. Sofort ist klar, dass dieser Chor völlig anders ist als Martiniforte. Gelobt sei die Gospelvielfalt!

Die Mitglieder sind häufig in Bewegung, haben kleine Choreographien einstudiert und strahlen echte Begeisterung aus. Kein Wunder, haben sie doch eine äußerst charismatische Chorleiterin – ein echtes musikalisches Power-Paket. Viele Songs sind uns unbekannt. Kein Wunder, sind doch viele von der Leiterin selbst komponiert, wie ein Chormitglied später verrät. Es werden actiongeladene Songs präsentiert, gefolgt von ruhigen, melancholischen Stücken.

© Karsten Socher/Creative KircheNew City Voices   © Karsten Socher/Creative Kirche

Jetzt ziehen wir uns zurück, um uns im Gemeindehaus einzusingen. Das Konzert geht hingegen weiter. Interessant zu beobachten ist das sehr aktive Dirigat, eine ständige non-verbale Kommunikation, oft geradezu ein Anfeuern. Auch das Publikum wird bei vielen Gospels mit einbezogen, beispielhaft bei „Down by the riverside“, was gut ankommt. Die Chorleiterin hat mit klaren Gesten Chor, wechselnde Solisten und mitsingende Besucher im Griff. Darüber hinaus übernimmt sie mehrere Soli selbst. Der Chor bietet eine gute, harmonische Leistung, wirkt auftrittserfahren und zieht das Publikum in seinen Bann. Schließlich wird er mit Applaus verabschiedet.

Auftritt „WeST-we sing together!“ (Beckum, Hamm, Herzebrock)

Den dritten Auftritt des Abends dürfen wir als „WeST-we sing together!“ bestreiten. Mal sehen, was geht, denn außer dem Einsingen haben die unter dem gemeinsamen Projektnamen startenden Mitglieder des Gospeltrains Hamm und des Rainbow-Gospelchors aus Herzebrock keine gemeinsame Probe gehabt. Da verlassen wir uns ganz auf unseren gemeinsamen Chorleiter Sebastian Wewer, der uns in unseren Heimatorten auf diesen Auftritt vorbereitet hat.

© trainarchivatorDie letzten Sekunden vor dem Auftritt. Toi, toi, toi!

Wir treten in schwarz auf, dazu bunte Schals; entweder die regenbogenfarbenen der Rainbows oder alte/neue Schals des Gospelkirchentags. Wirkt trotz der verschiedenen Modelle fröhlich und harmonisch. Chorleiter Sebastian nimmt das Publikum gleich für uns ein, indem er mit „Guten Abend, Braunschweig“ startet – einfach, aber wirkungsvoll. „Lasst uns singen“. Gesagt, getan. Mit „Come, let us sing“ geht es musikalisch los. Und wie! Ein Superstart mit der A-capella-Version. Ganz fein abgestimmt sind die Wechsel zwischen ein- und mehrstimmigen Passagen, die Lautstärkeunterschiede gelingen ausgezeichnet. Da sind wir selbst ein wenig überrascht.

Kaum sind von „I want to love you, Lord” die ersten Töne zu vernehmen, werden sie erkannt und man summt mit. Logisch, beim Gospelkirchentag sind natürlich viele Kenner unterwegs. Ein gelungener Vortrag.

„Burden down“ ist nach langer Zeit mal wieder im Repertoire; in einer aktualisierten Fassung. Bei der heutigen Premiere klingt der Song sehr sauber. Das einstudierte leichte in die Knie gehen beim Wort „down“ gelingt zufriedenstellend und verfehlt seine Wirkung nicht – das Publikum schmunzelt. In Sachen Präzision geht es zukünftig aber noch besser.

© trainarchivatorIn diesem Moment sind wir Teil der großen Braunschweiger Gospelfamilie

Auch mit dem Gospelklassiker „I’m gonna sing“ können wir gesanglich zufrieden sein, beim Klatschen jedoch gibt es noch ein wenig Trainingsbedarf.

„Jesus is right here“ kann ein echtes Highlight in einem Konzert sein, doch heute ist der Einsatz nur halbherzig. Auf einmal sind wir sind total verunsichert, und entgegen unserer üblichen Art bekommen wir das Stück heute nicht in den Griff. Im Chor ist sehr viel Unruhe, Nervosität und viele sind mehr mit sich selbst beschäftigt, als dass wir das Problem gemeinsam anpacken. Ganz ungewöhnlich. Die Einsätze bleiben bescheiden. Aber auch dieses Lied geht vorbei. Zum Glück haben wir ein sehr wohlwollendes Publikum.

Was nun passiert ist wieder absolut typisch: der Hebel wird mit Schwung umgelegt und beim Titel „In your arms“ erleben die Zuhörer, was wirklich in uns steckt. Ein Klassenunterschied zum zuvor gehörten Stück ist feststellbar. Die Männer klingen toll, die Abstimmung ist richtig fein. Große Erleichterung macht sich im Chor breit. Und das Publikum honoriert die sehr gute Leistung.

© trainarchivatorUnsere Männerstimmen sind heute in Form

Weiter geht es mit dem Song „Immanuel“, bei dem Danny als Solistin überzeugt. Zwar ist der Einsatz des Alt etwas verhalten, doch wir ziehen konsequent durch und bieten eine gute Gesamtleistung.

© trainarchivatorSolistin Danny im Einsatz

Der Gassenhauer „Heaven is a wonderful place“ dient der Erholung. Es sind keine besonderen Klippen zu umschiffen. Hier können wir die Energie einfach raus lassen. Die Menschen nutzen die Gelegenheit nach den „Zuhörsongs“ selbst mitzusingen.

Nun steht mit „The singer’s prayer“ eine vom Chorleiter geschaffene Kombination von Kompositionen Hans Christian Jochimsens auf dem Programm. Wir heben das Konzentrationslevel wieder an, um die Verschmelzung der Einzeltitel „Lord, hold me“, „I belong to you“ und „Loved“ zu einem harmonischen emotionalen Gesamtwerk zu machen. Klappt prima, wir fühlen uns mit diesem Stück merklich wohl, was offensichtlich auch im Auditorium spürbar ist.

© Karsten Socher/Creative KircheEin prächtiges Gesamtbild mit WeST!   © Karsten Socher/Creative Kirche

Als Segenslied zum Abschied singen wir „Sei behütet“. Die befürchteten Textschwächen gibt es nicht, wir sind längst im flow. So können wir zum Abschluss den Gästen der Gospelnacht noch mal eine weitere Facette der Gospelmusik präsentieren.

Damit ist unser Auftritt beendet. Insgesamt können wir recht zufrieden sein. Einige Highlights konnten wir setzen; besonders in den A-capella-Passagen. Die Besucher dürften sich gut unterhalten gefühlt haben – den einen schwächeren Beitrag hat man großzügig verziehen, wie der Applaus bestätigt. Nun werden wir uns zurücklehnen und dem letzten Chor der Gospelnacht unsere Aufmerksamkeit schenken.

Auftritt „Gospelfire“ (Hamburg)

Als letzter Chor der Gospelnacht in der St. Martinikirche betritt „Gospelfire“ aus Hamburg die Bühne. Bereits vor zwei Jahren sind wir beim Gospelkirchentag in Kassel mit diesem Chor in einer gemeinsamen Veranstaltung aufgetreten. Damals boten sie eine klasse Leistung, obwohl sie von krankheitsbedingten Ausfällen gebeutelt waren. Mal sehen, was sie heute zu bieten haben.

Schon nach wenigen Songs ist klar, dass dieser Chor verschiedenste Facetten der Gospelmusik im Repertoire hat. Sehr ausgewogen und harmonisch präsentieren sie sich dem Publikum. Sie beherrschen sowohl Soul als auch Action.

© trainarchivatorGospelfire aus Hamburg in der Gospelnacht

Für Teilnehmer, die auch in Kassel dabei waren, ist der Song „The promise“ ein Highlight. Im Mass-Choir-Workshop hatten wir mit Joakim Arenius an diesem Song gearbeitet; allerdings nicht bis zur Konzertreife. Man hatte nur eine Ahnung, wie sich das Stück „fertig“ anhören könnte. Jetzt wird es live in einer wunderbaren Veranstaltung gesungen und strahlt genau diese hypnotische Kraft aus, die man in ihm vermutet hatte. Gänsehaut pur.

Gegen Ende ihres Auftritts wird ein Michael-Jackson-Medley angekündigt. – Was hat dessen Musik bei einem Gospelkonzert zu suchen? Hoffentlich wird das nicht zu peinlich, wie so viele andere Jackson-Beiträge bei Musikveranstaltungen. – [einige Minuten später] – Hammer! Frisch und gekonnt kommt der Beitrag von Gospelfire daher. Sämtliche Befürchtungen wurden hinweggefegt!! Stimmlich und choreografisch hochklassig vorgetragen ohne showmäßig zu überziehen. Das begeisterte Publikum singt bei den weithin bekannten Hits textsicher mit und es gibt verdient Standing Ovations. Es bleibt die Erkenntnis: auch Michael-Jackson-Titel können Gospel sein. An Gospelfire: Mut bewiesen und gewonnen. Glückwunsch.

© Karsten Socher/Creative KircheGospelfire beim Michael-Jackson-Medley   © Karsten Socher/Creative Kirche

Zum Abschluss werden dem Publikum mit „Souled out“ (einstudiert mit Malcolm Chambers beim GoKiTa Kassel) und „Shackles“ (moderner Gospel-Pop) noch zwei echte Kracher geboten. Jetzt kocht St. Martini endgültig.

© Karsten Socher/Creative KircheStimmung zu Konzertende – ein Bild sagt mehr als viele Worte…
© Karsten Socher/Creative Kirche

Puh, was für ein Abend. Tolle Gospelmusik verschiedener Stilrichtungen gehört, unterschiedliche Präsentationen erlebt und auch noch selbst gesungen. Den Applaus noch im Ohr, begeben wir uns hinaus in die Nacht, um Richtung Hotel zu gehen. Man schwappt noch über angesichts der vielfältigen Eindrücke des heutigen Tages mit der Eröffnungsveranstaltung auf dem Schlossplatz und der soeben zu Ende gegangenen Gospelnacht.

Und das war erst der Auftakt des diesjährigen Gospelkirchentags in Braunschweig. Es ist schon abzusehen, dass die Nacht kurz werden wird. Wenig Zeit, um runterzufahren. Müssen wir halt ein wenig schneller schlafen. Morgen geht es dann mit dem Mass-Choir-Workshop weiter.

Teil 4 folgt

Gospelkirchentag 9.-11.9.2016 Teil 2 – Die Eröffnungsveranstaltung

© Creative KircheUm 17 Uhr soll die zentrale Eröffnungsfeier des 8. Inter-nationalen Gospelkirchentages beginnen. Zum Braunschweiger Schlossplatz sind es von unserem Hotel aus nur wenige Minuten zu Fuß. Bei herrlichem Sommerwetter erreichen wir den Veranstaltungsort vor den Schlossarkaden, dem großen Braunschweiger Einkaufszentrum. Dieses sieht aus wie ein Schloss, doch es handelt sich nur um eine rekonstruierte Scheinfassade.

© trainarchivator Festivalplatz vor den Schlossarkaden

Das erste Residenzschloss von 1717 brannte 1830 ab, das zweite Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe schwer beschädigt und 1960 abgerissen ab (ein in Westdeutschland einmaliger Vorgang). Jahrzehnte bestand auf der Fläche ein Park, bevor dort ab 2005 ein neues Hybridgebäude entstand, das ein großes Einkaufszentrum beherbergt und einen Teil des zweiten Schlosses optisch rekonstruiert. Dieser Teil wird kulturell genutzt. Dort sind u.a. die Stadtbibliothek und das Schlossmuseum untergebracht. (©Infos aus WIKIPEDIA)

CC BY-SA 3.0Schlossneubau Jun 2006   (CC BY-SA 3.0)

Auf der Bühne ist schon etwas los. Der „Gospelchor Braunschweig“ unter Leitung von Eggo Fuhrmann bestreitet den Auftakt und hat die Aufgabe das Publikum in Stimmung zu bringen. Das gelingt prima, zumal das Publikum sehr aufgeschlossen ist. Der Platz ist schon ordentlich gefüllt, doch viele Besucher sind noch im Anmarsch.

© Creative KircheDer Gospelchor Braunschweig sorgt für einen gelungenen Auftakt
© Karsten Socher/Creative Kirche

© trainarchivatorDer Platz füllt sich beim Auftritt des ersten Chores

© trainarchivatorRund um den Platz sind Zelte aufgebaut, in denen der Markt der Möglichkeiten seine Angebote präsentiert. Kirchliche und weltliche Anbieter präsentieren sich und ihre Angebote, wobei es immer um Werte geht, die durch den Gospelkirchentag gefördert werden sollen. Es geht um fairen Handel, Solidarität mit der Dritten Welt, Umweltschutz und nachhaltige Produktions-bedingungen. So ist es nur logisch, dass Fair-Trade-Produkte im Angebot sind oder sich Brot für die Welt präsentiert. Außerdem kann man sich den aktuellen Gospelschal besorgen oder mit CDs und Noten eindecken.

Unerwartet steht Matthias Kleiböhmer vor uns, der bei der Creativen Kirche als Mitveranstalter (neben der Ev-luth. Landeskirche Braunschweig) für die Organisation des Gospelkirchentags verantwortlich ist. Wetten, dass er in diesem Moment aufgeregt ist und sich fragt, ob alles so läuft wie geplant und gewünscht? Beim Smalltalk ist bei allen die Vorfreude spürbar.
http://www.creative-kirche.de/

© trainarchivatorKurzes Hallo mit Matthias Kleiböhmer

© trainarchivatorEndlich Gospelkirchentag – viele sehen’s wie unser „Boss“

Nachdem der Gospelchor Braunschweig seinen Auftritt beendet hat, erfolgt die offizielle Gospelkirchentagseröffnung und die Begrüßung der Gäste. Bischof Christoph Meyns und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil werden von einem Moderator interviewt, heißen die Gäste zum Gospelkirchentag willkommen und äußern sich zu Ihrer Beziehung zur Gospelmusik.

© trainarchivatorBischof Christoph Meyns und der niedersächs. Ministerpräsident Stephan Weil

Auf einmal sind sie da! Merkwürdige Gestalten mischen sich unter die vielen Besucher, machen Faxen und dienen als Fotomotiv. Es sind die Gospelmännchen, die man bisher nur vom Gospelkirchentagslogo und den Gospelschals kannte. Jetzt können sie sich vor Selfie-Wünschen kaum retten. Sie machen alles mit – gehört wohl zur Arbeitsplatzbeschreibung. Ob das ein Traumjob ist, bei den hochsommerlichen Temperaturen?

© trainarchivatorDie Gospelmännchen – vom Logo in die Wirklichkeit

Weiter geht es mit Musik. „Undivided“ aus den USA betreten die Bühne. Vielen ist die A-capella-Gruppe bekannt. Da sind Könner am Werk, das merkt man gleich. Die Stimmung ist sowieso bestens, man hört zu und tanzt teilweise schon. Weitere Ankömmlinge werden begrüßt oder man besorgt sich ein Kaltgetränk. Am Ende des Auftritts werden die Sänger vorgestellt, und angesichts ihrer z.T. spanisch-sprachigen Herkunftsländer wird der letzte Song in Spanisch gesungen – für Gospel ungewohnt aber reizvoll.
www.youtube.com/watch?v=2iOzZxGWOHI

© trainarchivator   „Undivided“ – ein Highlight der Eröffnungsveranstaltung

© trainarchivatorGesprächsrunde mit Pröpstin Uta Hirschler und Bürgermeister Ulrich Markurth

Gegen 19 Uhr steht jetzt mit dem „Chor der Nationen“ ein ganz besonderes Projekt auf dem Programm. Gut 50 Braunschweiger Jugendliche der Klassen 5 bis 10 haben einen gemeinsamen Auftritt mit Cassandra Steen. Dabei vertreten sie verschiedenste Nationen, aus denen ihre Familien stammen oder für die sie Sympathien haben. Unter Leitung von Gerd-Peter Münden, Leiter der Domsingschule Braunschweig, haben die Jugendlichen ein Programm einstudiert. Höhepunkt ist Steens Hit „Ich bau ’ne Stadt für dich“, den viele Besucher textsicher mitsingen, was für die Jugendlichen sicher ein tolles Erlebnis ist. Das ganze Projekt soll ein Zeichen setzen für ein buntes Braunschweig, das Heimat von Menschen unterschiedlicher Herkunft ist.
www.youtube.com/watch?v=65_vjKKhWQo&list=PLStCpPlpPtNgYbOua1ZZYBRturUjcZWVm&index=3

© trainarchivatorJugendliche in T-Shirts mit Flaggen ihrer Herkunfts- oder Sympathieländer

Mit den „Soulteens Langenberg“ stehen im Anschluss erneut Jugendliche auf der Bühne. Im Gegensatz zum Chor der Nationen, für die alles neu war, merkt man diesen SängerInnen ihre größere Bühnenerfahrung an. Keck, selbstbewusst und originell zeigen sie den überraschten Zuhörern, was sie drauf haben – eine ganze Menge, was mit begeistertem Applaus belohnt wird.

© trainarchivatorDie „Soulteens Langenfeld“ zeigen den alten Hasen wie’s geht

Zum Abschluss der Eröffnungsveranstaltung kommen Joakim Arenius und „Praise Unit“ aus Schweden auf die Bühne. Sie bieten tanzbare Gospelsongs in verschiedenen Facetten aktueller Popmusik. Der Funke springt schnell über, zumal alle anderen Formationen gute Vorarbeit geleistet haben.

© Creative KircheJoakim Arenius und mit Praise Unit geben richtig Gas   © Creative Kirche

Den Auftritt können wir nicht bis zum Ende miterleben, denn gleich beginnt die Gospelnacht mit einem eigenen Auftritt in der St.Martinikirche. Wir machen uns rechtzeitig auf den Weg – sozusagen von einem Highlight zum nächsten.

Teil 3 folgt.

Gospelkirchentag 9.-11.9.2016 Teil 1 – Ankunft in Braunschweig

© Creative KircheDrei…Zwei…Eins…Los – heute ist der große Tag! Es geht nach Braunschweig zum 8. Internationalen Gospelkirchentag. 17 Gospeltrainer aus Hamm, 21 Mitglieder des Rainbow-Gospelchors (Herzebrock) und unser gemeinsamer Chorleiter Sebastian Wewer nehmen an diesem Großereignis der Gospelmusik teil, welches alle zwei Jahre stattfindet. Gemeinsam treten wir in der Gospelnacht auf; wie immer bei solchen Kooperationen unter dem Namen „WeST – We sing together!“

© trainarchivatorDiese Truppe startet in Hamm per Zug

Die Anreise erfolgt in Kleingruppen, je nach persönlichen Bedürfnissen. Ein „richtiger“ Gospeltrainer nimmt natürlich den Zug 😉 Kaum gestartet, haben viele sofort das Handy in der Hand. Unser Gruppenbild ist schon im Netz, „Bossin“ Christa meldet sich über ein soziales Netzwerk und wünscht alles Gute. Es ist Zeit genug, um das Veranstaltungsprogramm und den Stadtplan zu studieren. Neben einigen Fixpunkten kann jeder Teilnehmer sein individuelles Wunschprogramm zusammenstellen.

© trainarchivator Programmstudium – welche Veranstaltung möchtest du besuchen?

Auf der Fahrt gibt’s schon reichlich Musik: eine Reisegruppe nicht mehr ganz junger Männer hört Rocksongs ihrer Jugend. Deren Alkoholpegel ist noch im Rahmen (ist ja auch erst gegen 9 Uhr), doch die Lautstärke ist schon kurz vor dem Anschlag. Wir sind hart im Nehmen. Außerdem werden wir in nächster Zeit jede Menge Gospelmusik auf die Ohren bekommen oder gar selber singen.

© trainarchivatorSo sieht Vorfreude aus

Die Fahrt vergeht reibungslos und die Spannung steigt. Dass in Braunschweig ein besonderes Wochenende vor der Tür steht, verkündet man ahnungslosen Reisenden schon direkt im Bahnhof. Warnung oder Angebot?

© trainarchivatorEine Laufschrift kündigt den Gospelkirchentag an

Aus dem Bahnhof raus und direkt in die Straßenbahn hinein. Kein langes Fragen und Kleingeldzählen. Die Veranstalter waren weitsichtig; die Nutzung des Nahverkehrs ist im Festivalticket eingeschlossen. Dass die Zielhaltestelle direkt am Hotel liegt, ist das Sahnehäubchen obendrauf.

© trainarchivatorGut angekommen im City-Hotel nahe der Innenstadt

Wir checken ein und entdecken dabei ein großes Display mit Wetterdaten. Au weia – wer’s so warm mag, strahlt mit der Sonne um die Wette. Die anderen müssen kämpfen und durchhalten.

© trainarchivator    11.36 Uhr fast 26 Grad – und echt heiße Aussichten

Wir Zugfahrer haben noch einige Stunden Zeit, bis wir uns nachmittags mit anderen WeST-lern im Hotel treffen wollen, um gemeinsam zur Eröffnungsveranstaltung zu gehen. Bis dahin werden wir uns ein wenig die Beine vertreten und einen ersten Eindruck von der Stadt bekommen. Nach wenigen Metern sind wir in der Altstadt mit ihrer verzweigten Fußgängerzone. Wir erreichen den Kohlmarkt, der uns gleich gut gefällt.

©Igge (Multi-license with GFDL and Creative Commons CC-BY-SA-2.5)Kohlmarkt ohne Gospelkirchentag (11.09.2006)
©Igge  (Multi-license with GFDL and Creative Commons CC-BY-SA-2.5)

Historische Häuser verschiedener Epochen, geschäftiges Treiben und ein großes Angebot an Außengastronomie. Nach der Anreise haben wir Kaffegelüste und finden Platz für alle mit Blick auf den Platz. Bei Kaffee und Kuchen lassen wir es uns gut gehen. Spaß und Geselligkeit gehören bei uns immer dazu.

© trainarchivator„Dolce Vita“ für zwei Gospeltrainerinnen

© trainarchivatorFrisch gestärkt machen wir uns auf in Richtung Dom, der zu den größten Sehenswürdigkeiten Braunschweigs zählt. Der Weg führt an vielen gut erhaltenen Fachwerk-häusern vorbei, und bald erreichen wir das mächtige romanische Bauwerk.

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© trainarchivatorSüdseite des Domes

Wir besichtigen den Dom (Baubeginn 1173) und sind beeindruckt von Architektur, Bemalung und  kunstvoller Ausstattung. So eine Besichtigungstour vermittelt einem einen guten Zugang zu einer bis dahin unbekannten Stadt.

© trainarchivatorLeuchter von 1188, fast 5 Meter hoch

Auf dem benachbarten Platz der Deutschen Einheit treffen wir auf drei Brautpaare, die zuvor hier im angrenzenden Rathaus getraut wurden. Bedauerlicherweise ist unser Gospeltrainer Sebastian nicht anwesend – sonst wäre jetzt die Gelegenheit für ein Gospelständchen gewesen. Weiter geht es auf den Burgplatz, einem sehenswerten Ensemble on Baudenkmälern.

©Viteunic CC BY-SA 3.0Burgplatz mit Burg Dankwarderode, Braunschweiger Löwe, Rathausturm und Dom (27.9.2011)     ©Viteunic  CC BY-SA 3.0

© trainarchivatorBühnenbau zu Füßen des Braunschweiger Löwen

© trainarchivatorAuf dem Burgplatz wird eine Bühne aufgebaut, auf der morgen acht Gospelchöre nacheinander auftreten werden. Auf zwei weiteren Citybühnen (Schlossplatz, Kohlmarkt) gibt’s ebenfalls Gospel satt. Über das Programm informieren Plakatsäulen an mehreren Stellen in der Innenstadt. Da werden Interessierte wohl die Qual der Wahl haben angesichts des riesigen kostenfreien Angebots.

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Zurück auf dem Kohlmarkt, sehen wir hinter dem Gewandhaus versteckt erstmals die St.Martini-Kirche, in der wir heute Abend im Rahmen der Gospelnacht unseren Auftritt haben.

© trainarchivatorDie St.Martinikirche erwartet uns

Jetzt gilt es erst mal sich zu stärken, denn wenn der Gospelkirchentag erst eröffnet ist, geht es Schlag auf Schlag mit den Programmpunkten. Zum Glück gibt’s Angebote genug – vom Brötchen auf die Hand bis zum gepflegten Restaurant. Einige von uns entscheiden sich für ein Essen „Ut’n grooten Pott“, eine Suppenbar auf dem Kohlmarkt.

© trainarchivatorBraunschweiger Linsensuppe: lecker und eine gute Grundlage für Kommendes!

© trainarchivatorAuch auf dem Kohlmarkt laufen Vorbereitungen für den morgigen Gospel-Konzert-Marathon

Ein Blick auf die Uhr verrät, wir sollten uns jetzt in Richtung Hotel begeben, um uns in Auftrittsgarderobe zu werfen und mit anderen Aktiven zu treffen. Dann geht es zur Eröffnungsveranstaltung des Gospelkirchentags auf dem Schlossplatz.

© trainarchivatorInzwischen sind auch einige Autofahrer eingetroffen

Teil 2 folgt.

Gospelkirchentag 9.-11.9.2016 – wir kommen

© Creative KircheGleich geht es los. Wir sitzen „auf gepackten Koffern“. In wenigen Minuten begeben wir uns zum Bahnhof, um uns nach Braunschweig aufzumachen. Mit im Gepäck Vorfreude und Spannung darauf, was uns wohl erwarten wird. Auf jeden Fall ist das Programmheft voll mit Angeboten für jeden Geschmack – Wir müssen nur auswählen. Und singen, singen , singen. Heute Abend in der Gospelnacht haben wir unter dem Namen WeST – We sing together! sogar einen eigenen Auftritt in der St.Martinikirche, einer großen Stadtkirche. Also los, mein „Taxidienst“ zum Bahnhof kommt gleich…

© Creative KircheVolles Programm für Gospelfreunde   © Creative Kirche

Gospelkirchentag 9.-11.9.2016 in Braunschweig ruft

© Creative KircheDie Ev.-lutherische Landeskirche Braunschweig lädt in Kooperation mit der Stiftung Creative Kirche und anderen zum 8. Internationalen Gospelkirchentag ein. Viele Gospeltrainer werden dem Ruf folgen, um sich das reichhaltige Programm rund um das Thema Gospel nicht entgehen zu lassen.
www.gospelkirchentag.de

© Sebastian WewerAm Freitag werden wir nach der Open-Air-Eröffnungsveranstaltung in der anschlie-ßenden Gospelnacht einen eigenen Auftritt haben. Wie auch bei anderer Gelegenheit werden wir, wenn nicht der ganze Gospeltrain beteiligt ist, mit SängerInnen eines befreundeten Chores (diesmal „Rainbow Gospelchor“ aus Herzebrock) unter dem Namen WeST! (=We sing together!) auftreten.

Gemeinschaftskonzert in der St.Martinikirche, 20.30Uhr
An der Martinikirche 10, 38100 Braunschweig
martiniforte/Braunschweig
New City Voices/Neustadt am Rübenberge
WeST – We sing together/Beckum
GospelFire/Hamburg

Ein Highlight wird, wie bei früheren Gospelkirchentagen, der Mass Choir Workshop am Samstag mit mehreren tausend Aktiven werden. Vier Chorleiter/Komponisten möchten mit uns arbeiten und uns ihre Kompositionen/Arrangements beibringen, unterstützt von professionellen Sängern und Musikern.
Nachmittags besteht die Gelegenheit, sich sein Programm individuell zusammenzustellen. Was darf es ein? Teilnahme an einem Workshop zu verschiedensten Themen rund um die praktische Arbeit in und mit einem Gospelchor? Oder lieber ein Konzert? – Zum Zuhören oder Mitsingen, mit Gospelchören ganz unterschiedlicher Art.
Beim abendlichen Galakonzert können wir amerikanische und europäische Größen der Gospelmusik live erleben (Israel & New Breed/USA, Oslo Gospel Choir(/NOR).

Sonntags findet der Festivalgottesdienst als Open-Air-Veranstaltung statt. Danach geht es erneut in den Mass Choir Workshop. Bevor wir schließlich angefüllt mit vielen neuen Eindrücken nach Hause fahren, wird es einen gemeinsamen Abschluss geben.

Mit den Erfahrungen der Teilnahme an den Gospelkirchentagen 2012 in Dortmund und 2014 in Kassel steht so gut wie fest:

  • Es wird anstrengend
  • Es wird informativ und lehrreich
  • Wir werden viele Eindrücke und neue Impulse mitnehmen
  • Wir werden uns von Liveerlebnissen begeistern lassen

Und

  • 2018 sind wir – vielleicht – wieder dabei

Gospel-Chormusical „Amazing Grace“ Thema im TV

Heute haben wohl viele Gospelfreunde eine E-Mail von der „Creativen Kirche“ erhalten. Darin wird ein Fernsehbeitrag angekündigt, der vielleicht für den einen oder anderen interessant sein könnte. Es geht um das Chormusical „Amazing grace“, dass beim Gospelkirchentag in Kassel uraufgeführt wurde und bei dem viele Gospeltrainer live dabei waren.

SWR-Fernsehen
Frank Elstner „Menschen der Woche“
Sa 07.02.2015, 21.50 Uhr

© Creative Kirche© Creative Kirche

http://www.creative-kirche.de/
http://www.amazing-grace.de/

Gospelkirchentag Kassel – Teil 4 Nachmittag mit Workshops und Konzerten

© Creative Kirche, Witten

© Sebastian WewerDer Mass Choir Workshop liegt hinter uns. Jetzt erst mal raus an die frische Luft. Der Kopf schwirrt noch von den vielen Eindrücken, auch ein leichtes Schweben ist noch spürbar. Jetzt trifft man auch so manchen wieder, der in der Halle im Block einer anderen Stimme gesessen hat. Also tauscht man sich aus, gönnt sich erst mal zur Erfrischung ein Kaltgetränk oder macht Erinnerungsfotos. Wie geht aber der Tag weiter?

© trainarchivatorEinige Ahlener Kollegen von CHORios zwischen Mass Choir und Aufbruch

Nachmittags stehen in der Innenstadt einerseits Workshops auf dem Programm, andererseits gibt es auf Open-Air-Bühnen und in Kirchen Konzerte. Wofür entscheidet man sich? Mancher hat schon zu Hause das umfangreiche Programmheft studiert und einen persönlichen Plan. Andere überlegen noch oder suchen Begleiter für die nächsten Stunden. Nach und nach lassen wir uns mit den schier zahllosen Einsatzbussen zum Auestadion chauffieren, von wo aus die Tram in die Innenstadt fährt. Sehr praktisch, dass im Ticket für den Gospelkirchentag gleich die Fahrkarte für den Nahverkehr eingeschlossen ist. Man mag sich gar nicht vorstellen, wenn tausende Ortsunkundige versuchen ein fremdes Tarifsystem inklusive Netzplan zu verstehen oder zu erfragen – Chaos! So jedoch geht alles ganz easy.

© trainarchivatorNoch ganz friedlich – wenige Minuten später unser Musik-Express

In der Tram herrscht gute Stimmung. Sind wir eigentlich alle Gospelkirchentagsbesucher oder haben sich tatsächlich Einheimische unter uns gemischt? Schlüsselbänder mit Tickets, die Regenbogenschals der Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“ und vielerlei Chorkleidung lassen uns fast wie eine geschlossene Gesellschaft erscheinen. Kein Wunder also, dass gleich ordentlich mit eingestiegen wird, als jemand ein Lied anstimmt. Dass die Mitsingenden verschiedenen Chören angehören macht sich gar nicht bemerkbar – haben wir doch soeben mehrere Stunden des gemeinsamen Singens und aufeinander Hörens hinter uns gebracht. Die meisten steigen am heute wieder mit der Bahn erreichbaren Königsplatz aus, der gestern aufgrund der Auftaktveranstaltung nicht angefahren wurde. Hier trennen sich jetzt unsere Wege.

In den Workshops wird so ziemlich jedes Thema rund um Gospel behandelt. Da findet jeder ein passendes Angebot – ob Praxis oder Theorie, für Anfänger oder Fortgeschrittene. Man kann lernen und ausprobieren, Kontakte knüpfen und sich Anregungen holen. Mancher hat bei der Auswahl ein ganz bestimmtes Thema im Sinn, anderen ist es wichtiger mit bestimmten Leuten gemeinsam etwas zu unternehmen. Die Dozenten sind jeweils Fachleute aus dem entsprechenden Bereich.

Konzerte gibt es sowohl auf Open-Air-Bühnen als auch in Kirchen der Innenstadt. Das Programm ist bunt gemischt, deutsch und international. Eine Besonderheit stellt die Hessenbühne auf dem Opernplatz dar, wo die Veranstalter den hessischen Chören eine Präsentationsmöglichkeit geben, und wo sich das Publikum eine Übersicht über die Gospelszene des Landes verschaffen kann. Außerdem finden mehrere Offene Gospelsingen mit namhaften musikalischen Leitern statt – just for fun, um selbst aktiv zu werden

Wir trennen uns also und streben verschiedenen Zielen zu. Ich habe mich mit Ankie zusammengetan und wir wollen zu „Groove im Chor“. Da sich der Weg zum Veranstaltungsort einigermaßen zieht und die Zeit drängt, steigen wir spontan wieder in eine Tram, die direkt vor der Tür des Zieles hält. Super. Rechtzeitig geschafft. Hoffentlich ist der Workshop nicht überfüllt, so dass wir draußen bleiben müssen, wie ich es einmal beim letzten Gospelkirchentag in Dortmund erlebt habe. Aber nichts da – wir gehören zu den Ersten. In den Minuten bis zum Beginn strömen noch viele Leute in den kleinen Saal; immer schwungweise, so wie die Trams ihre Ladung vor der Tür abliefern. Jetzt sind wir mal gespannt, was jetzt passieren wird.

Leiter des Workshops ist Martin Carbow. Nach Auskunft des Programmheftes arbeitet der Vocal-Coach u.a. als Chorleiter und Arrangeur. Carbow stellt sich kurz vor, alles im lockeren Plauderton. Der wird sich auch die folgende Stunde nicht ändern – egal, was wir jetzt auch machen. Genau genommen weiß niemand, wie der Workshop ablaufen soll. Wir singen ein bisschen. Außerdem wird gestampft, geklatscht und geschnippt. Wann geht es endlich richtig los?! Bin ein bisschen verwirrt. Jetzt wird etwas vom Laptop an die Wand geworfen: „Beat im Körper verankern“. Okay, das können wir nachvollziehen, das haben wir gerade gemacht. Immer noch ein wenig Verwirrung. Neue Übung, eine kleine Melodie auf ha-ha-ha. Jetzt dasselbe auf he-he-he. Wirkt vollkommen anders. Anschließend auf ho-ho-ho. „So, jetzt singt wie Fußballfans“. Aus dem Singen wird eher ein Rufen. „Eure Mannschaft hat gewonnen“. Das Rufen bekommt einen eigenartig selbstbewusst-machomäßigen Unterton. „Ihr habt das eine oder andere Bier getrunken“. Jetzt klingt es eher gegröhlt, die Lautstärke ist deutlich erhöht. „Es ist Euch scheißegal, ob Euch einer hört!“ Uih, das geht aber ab. Gut, dass mich in Kassel keiner kennt! Wie mag sich dieser Lärm wohl für andere im Gebäude befindliche Personen anhören.
Was das alles soll? Allmählich dämmert uns das didaktische Konzept. Schon winzige Veränderungen können eine große Wirkung haben. Das haben wir soeben mehr als deutlich gespürt; es v.a. nicht vorgeführt bekommen, sondern mit dem eigenen Körper erlebt. An der Wand zeigt uns die Projektion inzwischen die vier Schritte zum perfekten Groove. Angesichts der Fachbegriffe sind wir geschockt, verstehen als Nicht-Musikstudenten nur Bahnhof. Carbow beruhigt uns. „Alles was zum perfekten Groove gehört, kennt Ihr längst.“ Stimmt. Es muss uns nur an lebendigen Beispielen deutlich vor Augen geführt werden. Carbow nutzt witzige und schräge Bilder, um uns die musiktheoretischen Inhalte praktisch vorzuführen. Beim Thema Groove werde ich ab sofort immer an Einkaufswagen und Gummimatten denken – die Insider wissen Bescheid.

© trainarchivatorCarbow genießt es uns mit Fachbegriffen zu schocken – alles halb so wild

Am Ende des Workshops haben wir so manchen Aha-Effekt erlebt. Wir wissen, dass man durch winzige Abweichungen vom Stammrhythmus eine besondere Dynamik und Spannung erzeugen und beim Publikum geradezu eine Erwartungshaltung wecken kann. Außerdem hat es echt Spaß gemacht mit netten Leuten viele verrückte Dinge ausprobiert zu haben.
Als wir den Saal verlassen, starren uns etwas irritiert viele Leute an, die bei der Wiederholung des Workshops dabei sein wollen. Was die sich wohl angesichts der Geräuschkulisse gedacht haben mögen? Das letzte Lied war übrigens ein Weihnachtslied. Im September!

© Creative Kirche365 Tage Badewetter – Dusche am Nachmittag….………………….© Creative Kirche

Der Regen, der zwischenzeitlich niedergegangen war, hat inzwischen aufgehört. Mit der Tram fahren wir ohne besonderen Plan zurück zum Königsplatz. Dort herrscht eine heitere Stimmung. Die Sonne ist inzwischen rausgekommen und auf der Bühne gibt’s Livemusik. Noch sind Ten Sing aus Hessen aktiv, dann folgt der Auftritt von Gospel Connection aus Bremen – klasse.

© Creative KircheGospel Connection auf der Bühne auf dem Königsplatz………….© Creative Kirche
http://www.youtube.com/watch?v=rq5wsMz7gcU&list=UUtn9ykXa8dXSOrG_i5EHKww

Wir lassen uns ein wenig treiben, wie so viele andere auch. Schließlich gönnen wir uns eine warme Mahlzeit vom Imbiss, hören Musik, plaudern ein wenig und genießen einfach das hier und jetzt. Als das Chris Lass Trio startet, denken wir das erste Mal daran, dass nachher der Musicalbesuch ansteht. Wie lange werden wir bis zur Rothenbachhalle brauchen? Schwer einzuschätzen. Auf den letzten Drücker wollen wir nicht kommen, denn wir möchten die Aufführung gerne im Kreise unserer Lieben erleben. Noch ist allerdings Zeit.

© trainarchivatorGospelkirchentag live auf dem Königsplatz – alles passt

Inzwischen fahren die ersten Trams mit dem Hinweis „Einsatzwagen Auestadion“. Die Verkehrsbetriebe haben ordentlich Betriebsmittel auf Schiene und Straße gebracht, um einige Tausend Menschen von der Innenstadt zum Messegelände zu transportieren. Irgendwann steigen wir ein. Und schon an der nächsten Station wieder aus. Vom Opernplatz klingt die Musik zu verlockend. Auf der Bühne singt gerade die Kurhessische Kantorei „Joy of Life“ aus Marburg. Herrlich swingend. Im Schnitt sind die gesanglichen Fähigkeiten höher als beim Gospeltrain, viele sicher mit Soloqualitäten. Im Laufe des Auftritts wird der Chor aber immer klassischer, immer jazziger. Das gefällt Ankie und mir dann weniger gut. Da ist der gute alte Train unserer Meinung nach wieder im Vorteil. Bei uns ist mehr Leben drin, mehr Gospel, irgendwie echter und authentischer.

© trainarchivatorDie Hessenbühne auf dem Opernplatz, unter dem Denkmal von Louis Spohr

  • Von Louis Spohr weiß das HNA-Regiowiki zu berichten, dass dieser ein Komponist und Dirigent war, zeitweise Hofkapellmeister in Kassel und neben Paganini einer der berühmtesten Violinvirtuosen seiner Zeit war. (HNA= Hessische/Niedersächsische Allgemeine). Also ganz große Kunst.

Dann können wir uns jetzt auch auf den Weg zur Rothenbachhalle machen. Aber wen sehen wir da an der Haltestelle? Birgit und Danny, die uns begeistert von ihrem Workshopbesuch erzählen. Die beiden, die bei uns auch Soloparts übernehmen, waren in Sachen Stimmbildung unterwegs. In ihrem Workshop haben sie wohl unglaublich viel Input bekommen, was die Zusammenhänge bei der Lautbildung und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten angeht. So vergeht die Fahrt zur Halle bei interessanten Erzählungen über die Erlebnisse des Nachmittags.

Mehr zur Musicalaufführung „Amazing grace“ in Teil 5.

Gospelkirchentag Kassel – Teil 3 Der Mass Choir Workshop

© Creative Kirche, Witten

© Sebastian WewerAuf geht’s. Nach kurzer Nacht ist heute echt Stehvermögen gefragt. Vormittags erwartet uns mit dem Mass Choir Workshop ein echtes Highlight des Gospelkirchentages. Den Nachmittag gestaltet jeder selbst mit Workshop- oder Konzertbesuchen. Abends werden wir dann das neue Chormusical „Amazing grace“ erleben.

Wer bei einem früheren Gospelkirchentag einen vergleichbaren Mass Choir Workshop mitgemacht hat, der weiß: das kann nur gut werden! Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, mit Hochkarätern der Gospelszene Songs einzustudieren. Teilweise sind diese Leute sogar selbst die Komponisten der Stücke. Außerdem ist singen inmitten von mehreren tausend anderen Gospelfans schon sehr speziell.

Erst einmal pendeln wir wieder von Melsungen nach Kassel. Im Bulli haben wir wie immer Spaß, und lassen den gestrigen Abend noch ein Mal an uns vorüber ziehen. Der Workshop findet in der erst 2007 erbauten multifunktionalen Rothenbachhalle statt, der mit 5000 Plätzen größten der Kasselaner Messehallen. Auf dem Messegelände angekommen sind wir schon in guter Gospelstimmung. Das scheint all´ den vielen anderen, die auf den Eingang zuströmen genauso zu gehen. Gospel scheint die Leute locker und geschmeidig zu machen. Trotz der vielen Menschen keine Hektik, kein Gedränge und Geschiebe.
In der Halle erst mal orientieren – wo müssen wir hin? Vom Veranstalter sind einige freundliche Helfer da, die uns einweisen. Klar, die Stimmen sitzen getrennt. Zur besseren Orientierung hat man im Innenraum mit Schildern die Blöcke der jeweiligen Stimmen gekennzeichnet. Sopranos und Altos sitzen auf den sich gegenüber liegenden Tribünen, Tenöre und Bässe nehmen zwischen den Tribünen im Innenraum Platz. Da es in der Halle keine störenden Pfeiler gibt, haben die Frauen perfekte freie Sicht in alle Richtungen. Die weiter hinten sitzenden Männer müssen hoffen, dass der Vordermann kein Riese ist. Immerhin wird das Bühnengeschehen gefilmt und live auf die gigantische Leinwand projiziert. Rechts und links sind jeweils diese Filmaufnahmen zu sehen. In der Mitte wird der aktuell gesungene Text eingeblendet, damit man nicht immer nach unten in das Notenheft schauen muss. Alles perfekt vorbereitet, so dass man sich ganz auf die Musik, den Referenten und das Singen konzentrieren kann. Wir haben uns also in der Halle eingerichtet. „Unsere“ Leute sitzen verteilt in kleinen Grüppchen unter gut viertausend anderen Teilnehmern.

© trainarchivatorWorkshopbeginn aus der Sicht der Altos Ankie, Birgit und Susanne

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Schon betritt der erste Referent die Bühne. Es ist der Schwede Joakim Arenius, der uns begrüßt, als ob wir uns seit Ewigkeiten kennen. Unter Gospelfreunden ist man selbstverständlich per „Du“. Irgendwie strahlt der Mann Vorfreude aus. Ganz relaxed beginnt er mit Einsingübungen. Ohne ins Detail zu gehen – zum Ende hin geht es um Lautfolgen, die zunehmend komplexer werden. Es endet, wie zu erwarten war, im Chaos und mit viel Gelächter. Jetzt sind wir jedenfalls so richtig locker.

© Creative KircheArenius hat nicht „Rücken“ – Gospel wird mit Körpereinsatz gesungen
………………………………………………………………………………………….© Creative Kirche

Der Song, den er mit uns einüben möchte, heißt „Now“. Die ersten Textzeilen werden auf der Videowand eingeblendet, Arenius singt den Sopranos deren Stimme Abschnitt für Abschnitt vor. Dann dürfen sich diese selbst daran versuchen. Danach kommen die anderen Stimmen nacheinander an die Reihe: wie immer erst vorsingen, dann nachmachen. Schließlich versuchen wir es alle gemeinsam. – Aha. Man kann das musikalische Thema zwar gut erkennen, doch es wackelt ordentlich.
Nun geht es an die Vertiefung, um Sicherheit in der eigenen Stimme zu finden, Wie gut, dass so viele Leute um einen herum stehen, so dass man genug Unterstützung findet. Für die Teilnehmer ist es ohne Belang, ob das Lied für einen vollkommen neu ist, ob man es schon von der bereits vor einiger Zeit erschienenen Gospelkirchentags-CD kennt oder ob man es gar schon im eigenen Chor geprobt hat.
Dieser Workshop bringt einen dazu, auf die anderen rund um einen herum zu hören. Eine Grundfähigkeit für alle ChorsängerInnen. Schließlich habe wir das Lied soweit drauf, dass es schon ordentlich klingt, dabei mächtig groovt und uns in seinen Bann zieht. Achtung, Ohrwurmgefahr! Auf der gelegten Grundlage kann man morgen Vormittag weiter machen oder den Titel in das Repertoire de eigenen Chores aufnehmen. Arenius bekommt kräftigen Schlussablauf für diesen schwungvollen Auftaktes, nach dem jetzt alle richtig wach in den weiteren Verlauf des Workshops gehen können.

Video „Now“, Mass Choir mit Joakim Arenius, Gospelkirchentag Kassel 20.09.2014…………………………………………………………………………© Creative Kirche
http://www.youtube.com/watch?v=6i9zsO9Ab4w

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Die Bühne betritt nun Matthias Kleiböhmer als Vertreter der Creativen Kirche, der uns ebenfalls begrüßt. Er berichtet in persönlichen Worten von einem merkwürdigen Phänomen, welches in Kassel um sich greift und er selbst zu fortgeschrittener Stunde live miterlebt hat: Gospelschock! Man habe Teilnehmer des Gospelkirchentags erlebt, die nicht mehr aufhören können zu singen. Dies sei nicht einmal ein Einzelfall, sondern greife mehr und mehr um sich. Zeit und Ort seien völlig egal. Als einziges Gegenmittel hob er einen Gegenstand auf und hielt ihn hoch – eine Holzlatte! Im Publikum breites Grinsen und verständnisvolles Nicken.
Einen weiteren Nachtrag zum gestrigen Tag hat er noch: rund um die Gospelnacht sei eine Spendensumme von gut 18.000 Euro gesammelt worden. Das ist doch mal ein toller Zwischenstand.
Kurz berichtet Kleiböhmer von eigenen Gehversuchen als Gospelkeyboarder und der Inspiration durch ein Klavierbuch, verfasst vom nächsten Workshopleiter. Nun hat er Gelegenheit seinem ehemaligen „Hero“ persönlich zu begegnen.

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Es handelt sich um Peter Hamburger, Kantor für Popularmusik der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck. Dieser hatte gestern den Gospelkirchentag mit dem Chor Get up! musikalisch eröffnet. Heute möchte er mit uns am Gospel-Medley arbeiten, das für das heute Abend zur Uraufführung anstehende Chormusical „Amazing Grace“ arrangiert wurde. Dieses Medley umfasst die Songs „Glad to be in the service“, „Jesus is the light of the world“ und „This little light of mine“. Täuscht der Eindruck oder ist Hamburger etwas aufgeregt angesichts der Menschenmassen vor ihm? Eigentlich ist er doch ein erfahrener Bühnenprofi.

© Creative KirchePeter Hamburger mit großer Geste – oder trägt er unsere Sigrid, Monika und Gabi fast auf Händen 🙂 ?………………………………………………….© Creative Kirche

Leider macht er den didaktischen Fehler, indem er offensichtlich davon ausgeht, dass jeder im Saal alle Songs des Medleys kennt. Anders ist das enorme Tempo, mit dem er seine Aufgabe angeht, kaum zu erklären. So kann man sich leicht „abgehängt“ fühlen. Dies ist allerdings nur ein winziger Nebenaspekt. Ansonsten bietet Hamburger eine klasse Leistung! Gute Erklärungen und emotionale Gesten, die jedem das Medley näher bringen. Am Ende hört es sich gut an, und wir sind gespannt, in welcher Weise wir es heute Abend im Musical wieder hören werden. Verdienter Applaus für den Übungsleiter.
Eine Sache ist aber unbedingt noch zu erwähnen: der professionelle Einsatz der Musiker. Diese begleiten den ganzen Workshop, müssen sehr aufmerksam und reaktionsstark sein und jederzeit auf die Wünsche des Dozenten eingehen. Das heißt, immer wieder wiederholen, neu einsetzen, Tempo nach Vorgabe variieren. Dazu kommt noch die Abstimmung mit den Kollegen. Alle beherrschen ihr Handwerk und bieten eine perfekte Grundlage für uns SängerInnen. Auch wenn sie mehrfach verdienten Applaus bekommen, so bleiben sie doch immer dezent im Hintergrund. Vielen Dank.

© Creative KircheDie Musiker liefern perfekte Arbeit, im Rampenlicht Peter Hamburger
………………………………………………………………………………………….© Creative Kirche

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Mit Malcolm Chambers kommt als nächstes ein für viele Unbekannter. Mal sehen, was der so drauf hat. Wir lassen uns ja gerne immer wieder auf Neues ein. Dass das in diesem Fall extrem lohnenswert ist, wird sehr schnell klar. Der Mann ist der Hammer! Scheinbar mühelos singt er uns die verschiedenen Stimmen vor. Bis in solche Höhen, dass so mancher Sopran neidisch wird. Wer meint, jetzt bekäme er aber Probleme bei den Bässen, der sieht sich getäuscht. Das ganze vor allen Dingen mit einer beeindruckenden Leichtigkeit – sowohl die Sicherheit in den Stimmlagen, als auch der rasante Wechsel dazwischen. Und der Mann soll angeblich erst seit seinem zwanzigsten Lebensjahr singen? Unglaublich.
Chambers ist aber nicht nur ein guter Sänger, sondern auch ein talentierter Chorleiter. Irgendwie passend, dass er uns mit „Souled out“ ein temporeiches emotionales Stück präsentiert. Mit großer Leichtigkeit gehen wir das Lied Stück für Stück durch, gelenkt durch den uns begeisternden Mann auf der Bühne.

© Creative KircheChorleitung ist Hochleistung –am Ende ist der Mann fertig……© Creative Kirche

Bei einem solchen Mass Choir Workshop arbeiten alle Dozenten mit großen Gesten, die auch weit hinten im der Halle ankommen. Dennoch ist die Übertragung von Nahaufnahmen auf die Videowand sehr lohnenswert. So schaut man den Chorleitern direkt ins Gesicht, und somit sind alle emotional nah beieinander. Was haben wir für einen Spaß an diesem Workshop. Man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Ein gutes Zeichen.
Auf der Homepage des Gospelkirchentags heißt es in der Vorstellung Chambers‘: „[…] wird es sicher auch in die Herzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer schaffen.“ – Prust, „schaffen“- welche Untertreibung. Eher im Sturm erobert! Frenetischer Applaus für einen nach vollem Einsatz abgekämpften Chambers, sein verlegen-glückliches Lächeln über so viel Anerkennung können wir uns in Großaufnahme anschauen.

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Hans Christian Jochimsen. Mehr muss man Gospelfreunden nicht sagen. Der Name bürgt für Qualität. Nicht umsonst ist der Däne musikalischer Leiter des Gospelkirchentags. Komponieren, Singen, Klavierspiel, Chorleitung – alles aus einer Hand. Als er die Bühne betritt bekommt er schon mal einen kräftigen Begrüßungsapplaus. Musikalisch kommen wir gleich zur Sache. „Loved“ heißt der von Jochimsen selbst komponierte Titel.

© trainarchivatorDie Videowand als geniales Hilfsmittel

Wer ihn bei früherer Gelegenheit schon mal als Workshopleiter erlebt hat, war nun vielleicht gespannt, ob die positive Erinnerung vielleicht ein wenig verklärt ist oder ob Jochimsen diese Eindrücke bestätigt. – Klares „ja“. Absolut souverän, kurzweilig und mit künstlerisch ganz wesentlichen Hinweisen zur Emotionalität des Songs.
Stark ist immer seine Beurteilung der zuletzt gebotenen Leistungen der jeweiligen Stimmen. Sehr charmant benennt er ganz klar die Schwächen und Fehler, immer jedoch mit einem positiv-motivierendem Unterton. Didaktisch klug und mit viel Spaß für alle Teilnehmer stachelt er die Stimmen im „Wettkampf“ miteinander zu immer besseren Leistungen an. Erfahren beispielsweise die Aktiven, dass sie die Töne gut getroffen haben und sich dementsprechend freuen, so kommt prompt die Einschränkung, dass es sich aber noch nicht überzeugend anhört. Da die Kritik immer geschickt formuliert ist, wird niemand bloßgestellt.
Im Gegenteil: es wird sehr viel gelacht – auch von den Betroffenen. Konkrete Anregungen Jochimsens führen immer zu einer deutlichen Steigerung im nächsten Durchgang. Immer wieder gibt es in solchen Situationen Szenenapplaus von den jeweils anderen Stimmen. So haben wir alle ein echtes Gemeinschaftserlebnis, denn nicht nur das selber üben verbessert uns, sondern auch das zuhören.
Den SängerInnen zu vermitteln, sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen und in sich hinein zu hören, ist ein ganz wesentliches Anliegen Jochimsens. Wenn man dann erlebt, wie sich gleichzeitig Tausende trauen, ihr Innerstes in den Gesang zu legen, dann erlebt man einen Qualitätssprung, der bei manchen zu Gänsehaut und Tränen der Rührung führt. Genau das sind die Momente, an die sich die Teilnehmer noch Jahre später dankbar erinnern werden; so tief brennen sich diese Erlebnisse ein.

© Creative KircheJochimsen, unterstützt von Profisängern……………………………..© Creative Kirche

Jetzt ist es an der Zeit, auch mal die Profisänger zu erwähnen, die den Workshop unterstützen. Wie auch die Instrumentalisten liefern sie eine tolle Leistung ab, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Alle auf der Bühne sind gut miteinander eingespielt, und so reicht oft ein Blick oder eine Geste, um sich zu verständigen. Die Profis liefern uns eine sichere Grundlage, um unsere eigenen Stimmen zu lernen. Auch die Tontechniker machen ihren Job richtig klasse. Die Stimmen der Sänger und Referenten kommen klar und natürlich rüber, speziell wenn uns mal ein Solo der Könner gegönnt wird.

© trainarchivatorNina Luna Eriksen beim Solo. Traumhaft. Nina – wir sind Deine Fans.

Die Lautstärke ist optimal. Alles ist gut zu hören, auch wenn bei so vielen Menschen immer jede Menge andere Geräusche zuhören sind. Dennoch brüllt es uns aus den Boxen nicht entgegen.

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Jetzt kommt etwas Besonderes auf uns zu. Matthias Kleiböhmer kommt wieder auf die Bühne, denn heute ist auch bundesweiter Gospelday. Das heißt, zahlreiche Gospelchöre singen zeitgleich um 12 Uhr mittags gemeinsam das gleiche Lied, 2014 ist es „Amazing grace“. Ziel ist es, auf Hunger und soziale Ungerechtigkeit in der Welt aufmerksam zu machen und ein konkretes Hilfsprojekt durch eine Spendenaktion zu unterstützen.

© Creative KircheEin paar Infos zum Gospelday……………………………………………..© Creative Kirche

Kleiböhmer nennt die Zahl der teilnehmenden Chöre, die geringer ist als im letzten Jahr. Schade. – Aber halt: die meisten auch gesellschaftlich aktiven Chöre sind ja nicht in ihren Heimatorten, sondern hier in Kassel. Außerdem wird auch auf der Open-Air-Bühne auf dem Königsplatz gemeinsam mit dem dortigen Publikum gesungen. Schnell liefert Kleiböhmer noch ein paar Infos zum diesjährigen Hilfsprojekt, dem „Happy home“ in Bangladesh; sowohl von der schockierenden Ausgangslage, als auch von der Mut machenden Perspektive, die einigen jungen Menschen durch das Projekt geboten werden kann.

© Creative Kirchehttp://www.gospelday.de/
http://www.gospelday.de/spendenprojekte/happy-home-bangladesch-2014/

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© Creative KircheKurz vor „High noon“, Jochimsen übernimmt das musikalische Kommando
………………………………………………………………………………………….© Creative Kirche

Punkt zwölf geht es los. Mehrere tausend Menschen stimmen in der Rothenbachhalle „Amazing grace“ an. Gleichzeitig legen Chöre überall in Deutschland los, ebenso wird auf dem Königsplatz hier in Kassel gesungen. In der Halle werden wir so wunderbar dirigiert, dass ein ganz besonderes Stück Musik aus diesem altbekannten Gospel entsteht. Absolut rührend.

© trainarchivatorNicht nur die Singenden geben alles

Natürlich haben sich alle erhoben, die meisten halten einander an den Händen. Wenn man doch bloß die hier spürbare Energie direkt an die Notleidenden Menschen in den diversen Krisenszenarien der Welt schicken könnte…! Immerhin hoffen wir auf ein gutes Spendenergebnis zugunsten des Projekts „Happy home“ in Dakha/Bangladesh. Auch als der letzte Ton verklungen ist, wirkt das Lied irgendwie noch in uns nach, auch wenn jetzt ohrenbetäubender Jubel aufbrandet.

© Creative Kirche„Amazing grace“ – die ganze Halle in Aktion…………………………© Creative Kirche

Video „Gospelday – Amazing grace“, Mass Choir mit Hans Christian Jochimsen, Gospelkirchentag Kassel 20.09.2014…………………………………….© Creative Kirche
http://www.youtube.com/watch?v=uexUwGqpDNU&list=UUtn9ykXa8dXSOrG_i5EHKww

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Gar nicht so einfach nach dieser Gospeldayaktion wieder zum Alltag des Workshops zurückzukommen. Ein Lied steht aber noch auf dem Programm. „We are changing the world“ heißt es und ist als Mottosong des Gospeldays 2015 ausgewählt worden. Wir kommen nun in den Genuss, dass es uns jetzt von dessen Komponisten näher gebracht wird. Hans Christian legt also wieder in der gewohnten Art los. Allerdings absolvieren wir bei diesem Stück nur eine Art Schnelldurchlauf, da die Zeit des Workshops gleich abgelaufen ist. Immerhin haben wir das Stück schon einmal kennen gelernt und gesungen, so dass man jetzt damit zu Hause weiter arbeiten kann. Ein letzter kräftiger Applaus für den Referenten und ein wenig auch für uns selbst.

Am Ende des Workshops ist man ganz schön geschafft. Bei aller Freude hat man eine ganze Menge geleistet. Allein dreieinhalb Stunden die Konzentration hoch zu halten ist nicht ganz ohne. Die Veranstalter haben es uns aber möglichst leicht gemacht, indem nach einiger Zeit jeweils Referenten und Lieder wechseln. So wird immer ein neuer Reiz gesetzt. Außerdem herrscht eine leichte heitere Stimmung, die nicht den Eindruck vermittelt, hier arbeiten zu müssen. Toll ist auch, wie diszipliniert und lernwillig alle sind. Es ist ein angenehmes Miteinander – egal, ob man die Sitznachbarn kennt oder nicht; schließlich verbindet uns ein unsichtbares Gospelband.

Mehr zum Nachmittag mit Workshops und Konzerten in Teil 4.

An dieser Stelle ein Dankeschön an die Stiftung Creative Kirche in Witten, die uns die Nutzung ihrer Fotos für unseren Blog gestattet hat.

Gospelkirchentag Kassel – Teil 2 Die Gospelnacht

© Creative Kirche, Witten

© Sebastian WewerJetzt steht sie bevor, die Gospelnacht. Wir sitzen in den Bänken der ansonsten noch leeren Christuskirche und lauschen letzten Ansagen unseres Chefs. Heute werden wir als WeST! (We Sing Together!) auftreten. Der Name ist Programm. Unter diesem Dach versammeln sich Mitglieder verschiedener Chöre unseres gemeinsamen Chorleiters Sebastian Wewer.

© trainarchivatorAuf geht’s – fertig machen für den Auftritt

Große Gruppen stellen jeweils der „Gospeltrain Hamm“ und „CHORios“ aus Ahlen, dazu kommen einige Aktive von „Come on and sing“ aus Unna. Begleitet werden wir zudem vom „Rainbow Gospelchor“ aus Herzebrock-Clarholz. Ob sich unter diese bunte Truppe noch weitere Sänger gemischt haben, weiß wahrscheinlich nur der Chef ;-). Jedenfalls haben wir in einer Reihe von Workshops fleißig daran gearbeitet, eine Einheit zu werden und ein gemeinsames Repertoire für diesen Auftritt zu erarbeiten. Nun steht also der Ernstfall kurz bevor.

© trainarchivatorDie 50 Leute von WeST! beim Einsingen

Jetzt geht es ans Einsingen. Wir stellen uns auf den Stufen vor dem Altar auf. Zum Glück ist die Kirche für die Größe unseres Chores geeignet. Es hat also Sinn gemacht, dass die Veranstalter die an der Gospelnacht teilnehmen Chöre gefragt haben, mit welcher Personenzahl zu rechnen ist und welches technische Equipment benötigt wird. Auch wurden Möglichkeiten besprochen z.B. Keyboards gemeinsam zu nutzen, um unnötigen Aufwand bei der Anreise zu ersparen. Wie wir von Sebastian erfahren haben, hatte er Kontakt zu den Chorleitern der anderen beiden Chöre, die den heutigen Abend gemeinsam mit uns bestreiten. Dies sind GospelFire aus Hamburg und der Gospelchor Waltrop. Man muss wohl einen guten Draht zueinander gefunden haben, so dass Sebastian sicher ist, dass wir nicht in Konkurrenz zu einander stehen werden, sondern gemeinsam ein tolles Konzert für Zuhörer und Beteiligte auf die Beine stellen wollen. So soll es sein!

© trainarchivatordraußen Dunkelheit, drinnen geht’s gleich ab

Während wir uns in der Kirche einsingen, sind die anderen im benachbarten Gemeindezentrum mit ihrer Vorbereitung beschäftigt. So nach und kommen die ersten Gäste, die das Einsingen interessiert verfolgen. Obwohl mehr und mehr Leute eintreffen, bleibt der Geräuschpegel angenehm ruhig und unsere Vorbereitung wird nicht gestört. Man hat den Eindruck, als ob eine ganze Menge Fachpublikum unterwegs ist.
Pfarrer Martin Becker von der hiesigen Gemeinde trifft ein und stellt sich vor. Er begrüßt uns und drückt seine Vorfreude aus. Willkommen ist sein Angebot, sich im Gemeindezentrum an bereit gestellten Getränken zu bedienen. Der Mann weiß, was SängerInnen brauchen. Auch stellt er uns noch ein wenig die 1903 gebaute Kirche vor.

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Es geht los. Wir haben auf unseren Bänken im Seitenschiff Platz genommen, während der Hamburger Chor „GospelFire“ die Bühne betritt. Es sind nur sechzehn Leute eines an sich fast sechzig Mitglieder starken Chores, wie Chorleiter Daniel Zickenrott erklärt. Dieser hat seinen musikalischen Schwerpunkt als Chorleiter und Keyboarder im Gospel- und Popbereich. Man sei in dieser Formation noch niemals aufgetreten und dementsprechend gespannt. Es geht gleich richtig los. Schnell ist klar, dass die SängerInnen auftrittserfahren sind. Von der ungewöhnlichen Besetzung lässt sich niemand irritieren, sondern man strahlt große Selbstsicherheit aus. Die Mitglieder kommen sehr individuell daher, sowohl was Kleidung als auch den Ausdruck betrifft. Die vorgetragenen Songs sind alle modern und schwungvoll. Überhaupt ist der ganze Chor in Bewegung. Ganz alte Gospelklassiker sind nicht im Angebot, doch diese werden auch nicht vermisst. Das Publikum ist begeistert von diesem sehr frischen Auftritt und spendet großzügig Applaus. Am Ende strahlen die SängerInnen angesichts ihres sehr gelungenen Auftritts und die Besucher verabschieden den Chor stehend.
Wer vor dem Gospelkirchentag mal einen Blick auf die Homepage des Chores geworfen hatte, der erinnert sich an die Aussage: „Wir verstehen Gospelmusik als einen wichtigen Teil zeitgemäßer Kirchenmusik. Von daher ist GospelFire nicht nur ein Name, sondern auch Ausdruck für die Freude und Energie, die wir aus der Gospelmusik schöpfen“. – Da kann man nur sagen: gute Beschreibung und ihrem Namen machen sie in Kassel alle Ehre.

© trainarchivator Von der Seite aus verfolgen wir den Auftritt von GospelFire

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So. Jetzt kommt der Augenblick, auf den wir uns Monate lang gemeinsam vorbereitet haben. Wir betreten die Altarstufen. Angesichts der Zahl von 50 SängerInnen geht ein Raunen durch’s Publikum. „Herr, wir beten dich an” heißt unser erstes Lied. Nach den englischen Songs zuvor ist dieses ruhige, aber intensive Stück ein großer Kontrast. Das Publikum ist offensichtlich neugierig, was da jetzt für ein Chor auf der Bühne steht. Schnell ist aber klar, dass wir die Leute erreichen. Man hört still und aufmerksam zu, applaudiert anschließend gerne.

Chorleiter Sebastian begrüßt die Zuschauer und stellt uns kurz vor. Mit „Jesus is right here“ schließt sich nun ein ebenfalls ruhiger Song an, der sich aber gehörig steigert. Damit holen wir die Zuhörer ein wenig aus einer passiv-zuhörenden Haltung heraus. Man merkt’s auch gleich am Applaus, viel weniger dezent.

Dass wir auch richtig abgehen können beweisen wir mit „Heaven is a wonderful place“. Gerade am Beginn, den die Herren allein bestreiten, bewährt es sich, dass WeST! viele Männerstimmen an Bord hat – das macht schon Eindruck beim staunenden Publikum. Als dann nach und nach Alt und Sopran einsetzten, wird es erstmals richtig laut. Dementsprechend gehen jetzt die Leute mit. Reine Zuhörer sind sie längst nicht mehr. Etliche stehen auf und singen mit.

Chorleiter Sebastian Wewer verweist auf die Jahreslosung 2014 „Gott nahe zu sein ist mein Glück“, die im nächsten Lied vertont ist. „Lebensglück“ heißt das Stück, vor dem einige angesichts der Textfülle ein wenig Bammel haben. Wider erwarten nutzen nur sehr wenige die verpönten (streng verbotenen 🙂 ) Spickzettel. – Wo ist das befürchtete Problem? Wir kommen wunderbar durch den Text und vergessen dabei auch den Ausdruck nicht. Wir erleben einen hoch konzentrierten und uns bestens unterstützenden Chorleiter. Falls irgendjemand tatsächlich ein Problem haben sollte, dann wird dies durch die Fülle der Stimmen völlig ausgeglichen. Auch hier sind die Besucher sehr aufmerksam. Wie bei anderen ruhigen Stücken haben auffallend viele die Augen geschlossen und genießen still. Intensiver, leiser Applaus. Niemand mag die Stimmung durch überschäumenden Lärm zerstören.

„I will be there“ ist ein besonderer Titel, denn hier wird die Perspektive umgekehrt. In vielen Gospels sprechen die Menschen/die Singenden zu Gott. In diesem Fall ist es umgekehrt: Gott spricht zum einzelnen Menschen, der sich in einer Situation verloren fühlt und der Unterstützung bedarf. Vielleicht spricht hier aber auch ein aufmerksamer Mensch, der die Situation des anderen erkennt und ihm beisteht. Philosophisch betrachtet mag es sogar ein und dasselbe sein…

Natürlich darf in Kassel auch nicht unser Test fehlen, ob die Stadt gospeltauglich ist. Wir stimmen nach energiegeladener Anleitung durch unseren Chef unser Triplet an, bei dem drei Titel gleichzeitig gesungen werden. „Go, tell it on the mountains“ singt der Sopran, „He’s got the whole world“ der Alt und die Männer tragen „Rock my soul“ bei. Auch die Besucher werden mit einbezogen, so dass schließlich alle stehen und singen, die Stimmung tobt. Rasender Applaus. Wir kennen’s ja schon, für Kassel ist das neu. Test bestanden!

  • Jetzt ist es an der Zeit, das Sebastian Wewer die Rolle eines Vertreters der Creativen Kirche übernimmt. Er berichtet dem Publikum von der Initiative „Gospel für eine gerechtere Welt“, die jedes Jahr ein anderes Hilfsprojekt durch Spendenaktionen unterstützt. Dazu nutzt man den jährlichen Gospelday, alle zwei Jahre den Gospelkirchentag und viele andere unterschiedliche Veranstaltungen der Unterstützer. 2014 hat man das Projekt „Happy Home“ in Bangladesh ausgewählt. Dieses unterstütze ehemalige Kindersklaven, die in Privathaushalten oder verschiedenen anderen Branchen ausgenutzt wurden. Man bietet Unterkunft, Bildung und den Aufbau eines selbstbestimmten Lebens.
    Wewer bittet die Anwesenden auf eindringliche und überzeugende Weise dieses Projekt zu unterstützen, indem man die gleich durch die Reihen wandernden gelben Eimer ordentliche fülle. Wem die Eimer mit den Münzen zu schwer seien, der dürfe auch Scheine hinein tun. – Diese Bitte kann man eigentlich nicht ausschlagen…

© Creative Kirchehttp://www.creative-kirche.de/

http://www.gospelday.de/

http://www.gospelday.de/spendenprojekte/happy-home-bangladesch-2014/

Was sollen wir nun tun? Eigentlich steht nun „Let me fly“ auf dem Programm. Allerdings hat auch GospelFire dieses Lied schon gesungen. Sollen wir nun unsere Gäste mit einer Wiederholung langweilen? – Wir singen es trotzdem! Es ist einer unserer Lieblingssongs, und wir haben uns so lange darauf gefreut es mit einer so großen Gruppe zu singen. Ein Auslassen kommt auch für unseren Chef nicht in Frage; diesen Genuss wollen wir uns einfach gönnen. Schnell ist klar, dass wir niemanden langweilen Es kommt halt auch ein wenig anders rüber als bei GospelFire. Unter den Menschen in der Kirche sind etliche textsicher und singen mit. Überhaupt sind heute Abend viele voll mit dabei – mal aktiv singend, mal versonnen träumend. Keiner lässt sich einfach nur berieseln. Das macht diese Gospelnacht aus. Trotz der Wiederholung bekommen wir einiges mehr als Höflichkeitsapplaus. Den Leuten hat es gefallen, auch für uns war’s toll.

Jetzt geht es langsam dem Ende zu. „Angels by your side” wird, wie so oft, als Segenslied gesungen. Alle kommen wieder ein wenig runter und lassen sich tragen. Wir wollen die Menschen schließlich nachher mit einem guten Gefühl in die Nacht entlassen, So weit ist es aber noch lange nicht. Unsere Angels erreichen jedenfalls die Menschen und deren Lächeln erreicht uns. Das geplante „Heavenly peace“ lassen wir angesichts fortgeschrittener Zeit weg. Mit den anderen Chören gibt es schließlich die Absprache, dass sich keiner der Chöre auf Kosten der anderen mehr Zeit nimmt, als zuvor geplant war.

Einen Knaller haben wir noch zum Abschluss unseres Auftritts. Den Gopelklassiker „This little light of mine“ scheinen fast alle mitzusingen. Auch GospelFire und der Gospelchor Waltrop sind im Seitenschiff der Kirche mit dabei. Wunderschön. Laut. Intensiv. Von Herzen eben. Wir holen uns kräftigen Schlussapplaus ab und verlassen geschafft die Bühne.

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Als dritter Chor betritt der „Gospelchor Waltrop“ die Bühne. Wir können jetzt ganz entspannt zuschauen, nachdem wir unseren Auftritt erfolgreich hinter uns gebracht haben. Dieser Chor ist wesentlich kleiner als WeST! und umfasst ca. 20 SängerInnen. Man trägt schwarz und dazu einen violetten Schal. Begleitet werden sie von ihrer Chorleiterin, der Kirchenmusikerin Angelika Neuleben.
Vor einiger Zeit hatte ein Blick auf die Homepage des Gospelkirchentages, wo sich viele Chöre kurz vorgestellt haben, erstaunliche Parallelen zu unserem Gospeltrain aufgezeigt. In der Ev. Gemeinde Waltrop sollen Gospelbegeisterte diesen Chor gegründet haben und hauptsächlich englischsprachige Titel singen. Man ließe sich vom Klavier begleiten, habe aber auch A-capella-Stücke im Repertoire. Man trete in Gottesdiensten auf, gebe Konzerte und könne für Hochzeiten gebucht werden. Auch die Geselligkeit spiele eine Rolle. – Interessant. Ein ganz ähnlicher Werdegang wie bei uns.
Nun geht es los. Offensichtlich ist man recht aufgeregt. Vielleicht Lampenfieber ob des Auftritts beim Gospelkirchentag; oder man hat sich von den Auftritten von GospelFire und WeST! beeindrucken lassen. Gar nicht nötig. Der Chor hat ja etwas zu bieten. Außerdem haben wir selbst zuvor feststellen können, dass das Publikum wohlwollend ist und keine unangenehme Erwartungshaltung zeigt. GospelFire und WeST! zollen demonstrativ verdienten Applaus und ernten dankbares Lächeln. Auch die Chorleiterin der Waltroper wirkt ruhig und vermittelt ihren Leuten Sicherheit. So langsam schwimmen sie sich frei. Das Repertoire bietet bekannte Gospelsongs, doch man bewegt sich nicht nur auf ausgetretenen Pfaden, sondern hat auch Überraschungen parat. So singt man z.B. Popsongs mit Gospelthematik wie z.B. „What a wonderful world“ oder „Lean on me“
Langjährigen Gospeltrainern fallen sicher immer wieder Parallelen zu unserer eigenen Entwicklung auf. Bei einigen Stücken singen die Waltroper eher klassisch und ein wenig sopranlastig statt gospeltypisch zu grooven. Man steht recht ruhig und gerät nur wenig ins swingen. Genau diesen Entwicklungsschritt haben auch wir in den letzten Jahren hinter uns gebracht. Kostet erst etwas Überwindung, bereichert aber enorm. Man hat den Eindruck, als ob der Chor seinen ganz eigenen Stil entwickelt hat und diesen konsequent umsetzt. Wir jedenfalls genießen das Zuhören, ebenso das Publikum.

© trainarchivatorAuch bei den Auftritten der anderen Chöre sind wir voll mit dabei

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Als der Gospelchor Waltrop sein Programm unter kräftigem Applaus beendet hat, kommt es zum großen Finale. Die Chorleiter hatten zuvor einen Titel ausgewählt, den alle Chöre kennen und nun gemeinsam singen wollen. Dabei stellen sich alle Aktiven bunt gemischt auf die Altarstufen, lediglich nach Stimmen getrennt. „Lord, hold me“ wird nun angestimmt. Das Keybordspiel übernimmt der Hamburger Chorleiter, das Dirigat – Kenner sprechen auch von Ausdruckstanz – ist Aufgabe von unserem Sebastian Wewer. Außer zwei, drei Hinweisen zur Gestik gibt es keinerlei Abstimmungen, erst recht hat es zuvor keine ausgiebige Probe gegeben. Was sind wir gespannt! –

© trainarchivatorBlick in die gut besuchte Kirche

Wow, wer hätte das gedacht. Da steht doch tatsächlich EIN Chor auf der Bühne. Das glaubt einem niemand, dass wir niemals zuvor gemeinsam gesungen haben. Am Keyboard werden keine Experimente gemacht, die zu Missverständnissen führen könnten. Ganz klar wird lediglich die vertraute Melodie gespielt, was uns Sicherheit gibt und dennoch wunderbar gefühlvoll klingt. Sebastian ist in seinem Element: so viele Leute, die widerspruchslos seinen Vorgaben folgen. Ein Traum für jeden Chorleiter. Trotz aller Konzentration zeigt er sein allerschönstes Honigkuchenpferdgesicht. Das sind die besonderen Glücksmomente, die uns Gospeltrainer mit unserem „Chef“ zusammenschweißen. Dem Publikum gefällt´s, was sage ich – man ist begeistert. Man erkennt die harmonische Gemeinschaftsleistung der sich bis dahin völlig fremden Chöre an, und wir alle bekommen sehr kräftigen Applaus auf die Ohren. Längst hat man konzentrierte Sachlichkeit abgelegt und ist in Feierlaune. Wenn das Publikum wüsste, was – vielen Blicken verborgen – bei uns so partytechnisch in der letzten Reihe abgeht…

© trainarchivatorBei den Altos ist was los, ob das der Sopran auch so kann?

Ja, auf dieses Konzert können alle Teilnehmer stolz sein! Die Chöre bringen ein echtes Gemeinschaftswerk auf die Bühne. Jeder versucht sein vorbereitetes Programm optimal anzubieten und Spaß dabei zu haben. Hier muss man keine Konkurrenten um die Publikumsgunst ausstechen, sondern man rockt mit Gleichgesinnten die Christuskirche in Kassel-Wilhelmshöhe! Danke an alle!!!

© trainarchivatorSchluss, aus, es ist vollbracht! Geschafft, aber glücklich

Die Besucher genießen es offensichtlich. Auch bei ihnen ist definitiv Gospelkirchentagsfeeling aufgekommen. Sehr positiv: niemand rennt schon während des letzten Liedes hinaus. Das Kommen und Gehen während der Auftritte ist wohl eher der Tatsache geschuldet, dass mancher Zuschauer in der Gospelnacht verschiedene Veranstaltungsorte aufsuchen und möglichst viele Chöre erleben möchte. Auch jetzt verlassen die Menschen nur langsam die Kirche. Lieber hält man noch ein Schwätzchen mit Bekannten oder Unbekannten, lässt das gemeinsam Erlebte nachwirken.

© trainarchivatorDas schöne Konzert klingt noch nach, da hat es niemand eilig

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Eine wunderbare Gospelnacht in Kassel-Wilhelmshöhe liegt hinter uns. Wir sitzen wieder in unserem Bulli und fahren durch die Nacht unserer Unterkunft entgegen. Es tut gut eine Weile Zeit zu haben, um wieder runter zu kommen. Man ist doch noch einigermaßen energiegeladen. Der Kopf ist noch voller Musik und vieler Eindrücke. Da wäre an Schlaf noch nicht zu denken. Eines ist aber jetzt schon klar: an diesen Abend werden wir auch in Zukunft noch des Öfteren denken. Der Gospeltrain und sein musikalisches Umfeld mit all‘ den verschiedenen Chorfreundschaften und Kooperationen bietet uns immer wieder tolle Erlebnisse, die wir uns aber auch durch viel persönliches Engagement verdienen. Dann darf man ein angenehm warmes Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit genießen, dass alle Kümmernisse des Alltags für einen Augenblick ausgeblendet. Danke euch allen, die ihr dabei wart.

© trainarchivatorEin toller Abend mit fast 90 Aktiven – Dank ans Publikum

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Und was das Beste ist – morgen geht es weiter auf dem Gospelkirchentag. Der Mass Choir Workshop steht als nächstes an. Ein neuer Tag, neue Erfahrungen. Erst aber müssen in der Nachtruhe die Kräfte ein wenig aufgetankt werden.

Mehr vom Mass Choir Workshop in Teil 3.

Gospelkirchentag Kassel – Teil 1 Der Auftakt

© Creative Kirche, Witten

© Sebastian WewerWenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Genau so ist es! Viele Gospeltrainer fahren als Teil des Chores WeST! zum Gospelkirchentag nach Kassel. Zahlreiche Fahrgemeinschaften sind verabredet, sieben Damen finden sich im Kleinbus der Gemeinde wieder. Um dem einzigen Herrn in Sicherheit zu wiegen, überlässt man ihm vertrautes Terrain – das Lenkrad.

© trainarchivator Schnell noch ein Fotogruß an Daheimgebliebene

Gut gelaunt und erwartungsfroh geht es los, ein intensiv geprobtes Programm für unseren Auftritt in der heutigen Gospelnacht im Gepäck. Auf nicht einmal halber Strecke geht es los – Stau! Wir müssen sehr langsam fahren, dann noch langsamer, schließlich stehen bleiben. Es erreicht uns die Nachricht einer Vollsperrung. Dann dürfen die Telefonanbieter etwas verdienen, die Handynetze glühen. Wo sind die anderen? Mit welcher Ankunftszeit ist zu rechnen? Kommen wir sogar zu spät zur Eröffnungsveranstaltung? Wir lassen uns die Laune nicht verderben und haben viel Spaß miteinander. Nach längerer Standzeit erreichen wir im Schneckentempo die letzte Ausfahrt vor der Sperrung und können unseren Weg mit einem kleinen Umweg zügig fortsetzen.

© trainarchivatorEs gibt wieder Hoffnung auf pünktliches Eintreffen

Ohne weitere Verzögerungen erreichen wir unser Quartier in Melsungen, von wo aus wir nach Kassel einpendeln werden. Vor dem Hotel sitzt bereits ein Empfangskomitee anderer Mitglieder von WeST!

© trainarchivatorEin paar Minuten Pause nach der Anreise

Schnell einchecken, in schwarze Auftrittskleidung schlüpften, die persönlich als überlebensnotwendig eingestuften Kleinigkeiten geschnappt und auf geht es nach Kassel.

© trainarchivatorDank Navi ist „unsere“ Christuskirche in Kassel-Wilhelmshöhe, in der wir in der heutigen Gospelnacht mit zwei anderen Chören auftreten werden, in der für uns fremden Stadt ganz einfach zu finden. Direkt an der Kirche können wir in die Tram steigen und sind ruck zuck in der Innenstadt. Der Königsplatz als zentraler Veranstaltungsort ist heute für den Tramverkehr gesperrt.

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© trainarchivatorHeute gehört der Königsplatz dem Gospel – das Leben macht einen Umweg

© trainarchivatorSo laufen wir die wenigen hundert Meter und bekommen einen ersten Eindruck. An vielen Laternenmasten hängen Plakate mit Hinweisen auf den Gospelkirchentag und das morgen Abend zur Uraufführung anstehende Musical „Amazing Grace“.

Als jemand mal eben eine zu Hause vergessene Kleinigkeit in einem Drogeriemarkt besorgt, nutzt unser „Chef“ Sebastian Wewer die Gelegenheit, mit uns ein Lied anzustimmen. „Heaven is a wonderful place“ – direkt vor dem Kasselaner Rathaus. Dieses dient übrigens auch als Veranstaltungsort beim Gospelkirchentag. Speziell die Stufen vor dem Gebäude werden den teilnehmenden Chören als Bühne für Spontanauftritte angeboten.

© trainarchivatorGut gelaunt und singend der Auftaktveranstaltung entgegen

Endlich. Der Königsplatz ist erreicht. Wie auch an anderen Stellen hat man Stellwände mit einem Willkommensgruß und dem Programm auf den fünf Innenstadtbühnen aufgestellt.

© trainarchivatorInfostellwand auf dem Opernplatz

© trainarchivatorAuftakt des Gospelkirchentages bei Sonnenschein

Auf der Hauptbühne hat das Eröffnungsprogramm bereits angefangen. Es singt der Chor Get Up! der gastgebenden Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Einige tausend Besucher bevölkern den Platz. Viele klatschen, singen und tanzen bereits mit.

© Creative KircheGet up! mit Band                                                                                   © Creative Kirche

© Creative KircheAuch einige von uns sind schon da – der schwarze Trupp neben dem Oberleitungsmasten (u.a. Uwe, Ankie, Susanne, Sigrid)              © Creative Kirche

Andere treffen sich mit Bekannten oder schauen sich das Angebot der rund um den Platzes aufgebauten Pavillons und Buden an. Neben Noten und CDs werden verschiedene Speisen und Getränke angeboten.

© trainarchivatorStärkung zwischen Anreise und Auftritt

© Creative KircheDie Gospelszene setzt sich seit Jahren im Rahmen von „Gospel für eine gerechtere Welt“ mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit in der Welt ein. Dementsprechend findet man zahlreiche Infoangebote zu den Themen Fairtrade, Umweltschutz/Energiesparen oder nachhaltiger Geldanlage.

© trainarchivatorRund um den Platz zahlreiche Infostände

© Creative KircheAuf der Bühne ist inzwischen Nyassa Alberta aktiv. Manchem ist sie als Hauptdarstellerin im Musical „Sister Act“ bekannt, dessen Kostüm sie gerade trägt. Später sehen wir sie als Mitglied des Gospelquartetts, das wir morgen Abend noch einmal bei der Premiere des Musicals „Amazing Grace“ erleben werden.
© Creative Kirche, Daniel Czapp, bearbeitet

Die Stimmung ist ausgelassen und überaus positiv. Das Publikum ist bestens gelaunt; besteht sowohl aus aktiven Chormitgliedern, die sich oft durch Chorkleidung mit Aufdruck „outen“, als auch aus Festivalbesuchern aus Kassel und der übrigen Welt.

© trainarchivatorImmer mehr Menschen strömen auf den Platz

Natürlich gibt es eine offizielle Eröffnung und einige Grußworte. Diese sind jedoch angenehm kurz, heiter und haben Gospelbezug. Zu Wort kommen Prof. Dr. Martin Hein (Bischof der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck), Volker Jung (Kirchenpräsident der Ev. Kirche in Hessen und Nassau EKHN), Dr. Alexander Lorz (Hess. Kultusminister), Bertram Hilgen (OB Kassel) und Christa Kirschbaum (Landeskirchenmusikdirektorin EKHN).

© Creative KircheBischof, Bürgermeister, Kultusminister mit Moderatorin
© Creative Kirche, Daniel Czapp

© Creative KircheMatthias Kleiböhmer als Vertreter der Creativen Kirche
© Creative Kirche, Daniel Czapp

Schließlich laden Stadtdekanin Barbara Heinrich und Dechant Harald Fischer zur „Ökumenischen Gospelnacht“ in 25 verschiedenen Kirchen und Veranstaltungsorten im Anschluss an diesen Open-Air-Auftakt. Da sind wir natürlich mit dabei – schließlich haben wir unseren eigenen Auftritt in der Christuskirche.

© trainarchivatorDas Bühnengeschehen wird auf Großleinwand übertragen

Jetzt betreten Hans Christian Jochimsen & Friends die Bühne. Jochimsen ist auch der Künstlerische Leiter des Gospelkirchentags. Die Leute auf der Bühne und im Publikum gehen ganz vertraut miteinander um – viele GospelsängerInnen kennen einander von Konzerten, Workshops oder anderen Veranstaltungen. Man duzt sich größtenteils, echt familiär das Ganze. Das spüren auch diejenigen Besucher, die mit Gospel bisher wenig zu tun hatten.

© Creative KircheHans Christian Jochimsen                                       © Creative Kirche, Daniel Czapp

Ein Blick rundherum zeigt, dass hier auf dem Platz viele sehr unterschiedliche Menschen friedlich und fröhlich gemeinsam zuhören, mitsingen und feiern. Der Wunsch der Honoratioren vorhin auf der Bühne, dass die ganze Stadt swingen möge, wird hier direkt realisiert. Ganz schnell hatte schon der musikalische Auftakt mit Get up! das Publikum angesteckt.

© trainarchivatorMan kennt sich – Sängerinnen von WeST!/CHORios mit M.Kleiböhmer

Gerade stimmen Jochimsen & Friends den neuen Song „Loved“ an, der auch zum Programm des morgen und übermorgen statt findenden Mass Choir Workshops gehört. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass es Zeit wird, sich in Richtung Kassel-Wilhelmshöhe zu begeben. Wo sind bloß die anderen? Kein vertrautes Gesicht mehr in der Nähe?? Irgendwie ist der Abmarsch an mir vorüber gegangen. Macht nichts. Einfach den selben Weg zurück zur Tramhaltestelle – und siehe da – dort wartet eine kleine Gruppe ebenfalls Abgehängter. Mit der Bahn geht es direkt zur Christuskirche. Als wir dort eintreffen, haben wir noch nicht einmal etwas verpasst, denn man bereitet sich gerade erst auf das Einsingen vor.

Mehr von der Gospelnacht in Teil 2.